GSG-Fußball: Ein halbes Jahr Grafschafter Gemeinsamkeit

Seit Mitte des Jahres 2018 ist Wirklichkeit, wogegen man sich in den letzten Jahrzehnten immer gesträubt hatte: die große Grafschafter Spielgemeinschaft (GSG) in allen Altersklassen. Die Fußballer der unteren und oberen Grafschaft waren jahrelang die größten Konkurrenten und Lokalrivalen und es gab nichts Schlimmeres, als gegen den Nachbarn zu verlieren. Die Veränderungen begannen zunächst im Jugendbereich – in der Saison 2016/2017 bei den A-Jugendlichen und bereits zum 1. Juli 2017 startete die neu gegründete JSG Grafschaft mit insgesamt zehn Mannschaften (A-, B-, C-, 2x D-, 3x E- und F-Junioren sowie Bambini) in die neue Saison. Bei diesen Mannschaften machte die Fusion, bis auf wenige uneinsichtige Ausnahmen, kaum Probleme. Im Gegenteil: die Vereinigung von ehemaligen Spielern der JSG Bengen und der Grafschafter Spielvereinigung (GSV) verlief meist sehr harmonisch. Man erkannte die Vorteile und die Notwendigkeit, und dass die positiven Aspekte überwiegen. Für den einen oder anderen Spieler ist zwangsläufig die Fahrtstrecke zum Training jetzt schon mal länger, dafür sind in allen Altersklassen ausreichend Spieler vorhanden und diese lassen sich sinnvoller in Teams aufteilen. Die Effizienz und Effektivität dieser neuen Konstellation zeigt sich nicht nur in der großen, stetig steigenden Spielerzahl im GSG-Jugendbereich, sondern auch in den Erfolgen. So haben in der laufenden Saison 2018/2019 die B-, D- und E-Jugendspieler nach der Halbserie den Aufstieg in die Leistungsklasse geschafft, die A-Jugend ist im oberen Tabellendrittel platziert und die C-Jugend hat nur knapp den Aufstieg verpasst. Alles in allem eine positive Bilanz für die Grafschafter Jugendabteilung.

Seit Mitte 2018 weht auf der Grafschaft beim Fußball ein neuer Wind.

Seit Juli 2018 spielen jetzt auch die Senioren gemeinsam in zwei Mannschaften. Die nun aktiven Spieler haben teilweise vorher über Jahre die Rivalität zwischen der FSG und der GSV erlebt und sahen die jeweiligen Spieler der anderen Teams als Konkurrenten und Gegner. Neben dem Platz war dies aber oftmals schon lange nicht mehr der Fall, da Spieler gemeinsam in die Schule gegangen oder befreundet waren und sich oftmals gut kannten. Viele der Spieler hatten auch schon in anderen Vereinen gespielt, manche sogar beim jeweiligen Grafschafter Rivalen, sodass die Fusion zwar nicht unbedingt begrüßt, es aber auch nicht als Problem betrachtet wurde, sondern vielmehr als Chance und Gewinn. Sicherlich wurden bei dem Zusammenschluss teilweise auch schwerwiegende Fehler in Bezug auf die Kommunikation und Umsetzung gemacht, aber im Nachhinein ist man immer schlauer.

Dass das erste Halbjahr bei der ersten Senioren-Mannschaft nicht so erfolgreich verlief wie erhofft, liegt nicht an dem Zusammenhalt in der Mannschaft. Ehemalige Rivalitäten spielen überhaupt keine Rolle mehr und die Teams sind bestens zusammen gewachsen. Als gravierendes Problem hat sich herauskristallisiert, dass die Mannschaft aus drei Elementen neu zusammengestellt werden musste: Spieler der ehemaligen FSG Bengen, der Grafschafter SV und neu hinzugekommene Spieler, die vorher noch nie in dieser Konstellation zusammen gespielt haben, mussten erst einmal zueinander finden. Hinzu kommt leider auch, dass einige wichtige und zentrale Spieler, die nicht mit der Fusion einverstanden waren, die Vereine verlassen haben. Vor allem die Neugründung des Vereins Eintracht Esch, dem die GSG-Verantwortlichen an dieser Stelle ein Glückwunsch zur Herbstmeisterschaft in der D-Klasse übermitteln möchten, hat erkennbare Spuren hinterlassen. Ziel muss es nun sein, dass die 1. GSG-Herrenmannschaft die in der Winterpause anstehenden Trainingseinheiten und Vorbereitungsspiele nutzt, um sich besser einzuspielen und somit gestärkt in die Rückrunde starten kann. Erfolgreicher verlief es bei der 2. Herrenmannschaft und dem Damen-Team. Beide spielten eine erfolgreiche Hinrunde und haben sehr gute Platzierungen erreicht, bei den Frauen erscheint sogar der Aufstieg möglich.

Sehr erfreulich ist die Spielerzahl bei den Senioren. In diesem Punkt war man sich aufseiten der GSG-Leitung vor der Saison sehr unsicher und hatte deshalb beschlossen, zunächst nur mit zwei Senioren-Teams zu starten. Aufgrund der positiven Entwicklung, einer hohen Trainingsbeteiligung bei der 2. Mannschaft – auch von Spielern, die kaum zum Einsatz kamen – sowie den zu erwartenden Neuzugängen aus der eigenen A-Jugend soll in der kommenden Saison zusätzlich eine dritte Senioren-Mannschaft gemeldet werden. Somit ist gewährleistet, dass alle Aktiven regelmäßig zum Einsatz kommen, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit besteht, sich durch Engagement und Leistung für eine obere Mannschaft zu qualifizieren.

Alle Aktivitäten der Grafschafter Spielgemeinschaft sind abhängig vom ehrenamtlichen Engagement der Trainer, Betreuer und den Vorständen. Diesen gilt an dieser Stelle ein ganz besonderer Dank, denn sie alle investieren viel Leidenschaft und Zeit und tragen somit zum Erfolg bei. Leider konnte die Fusion auf diesem Gebiet aber nicht die erhofften Synergien mit sich bringen, die man sich eigentlich erhofft hatte. Man ist immer noch ständig auf der Suche nach Trainern und Betreuern, aber auch andere wichtige organisatorische Aufgaben in den Vorständen und in der GSG-Leitung können nicht vollumfänglich wahrgenommen werden. Alle Eltern von fußballspielenden Kindern sind glücklich und zufrieden, wenn sie ihr Kind zum Sportplatz bringen können, es dort mit Freude kicken kann und dabei auch noch gut betreut wird. Aber ohne Mithilfe beim Training und bei der Organisation der Mannschaften ist dies alles nicht möglich. Darüber sollte sich jeder im Klaren sein und überlegen, wie man sich zum Wohle des Vereins und der Kinder zukünftig mit einbringen kann.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass der Schritt in die Gemeinsamkeit auf der Grafschaft der richtige Weg war und ist, der teilweise bereits jetzt, ganz sicher aber in den nächsten Jahren, Erfolg haben wird. Nur so lassen sich vor allem im Jugendbereich Ziele umsetzen, die in kleineren Einheiten nicht möglich sind. Die Grafschaft wächst zusammen und wir fühlen uns als Grafschafter!
Die Verantwortlichen der Grafschafter SG sowie die Vorstände der zugehörigen Vereine wünschen allen Spielern, Trainern, Betreuern, Mitgliedern, Fans, Sponsoren und allen Grafschaftern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!

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